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Was möchten Sie essen … in 125 Jahren?

Astronautenkost oder veganes Curry. Insekten-Salat oder synthetisches Fleisch. Wir wissen nicht, wie wir in 125 Jahren leben und was wir essen. Aber klar ist: Was und wie wir essen – das ändert sich rasend schnell. Und immer mehr wird online bestellt. Zum Beispiel über den Schweizer Händler LeShop, eine Tochter der Migros Gruppe. LeShop setzt schon heute auf Trockeneis und Logistiklösungen von Carbagas. Wir haben LeShop besucht und werfen einen Blick in die Lebensmittel-Zukunft. Die erste Reportage zum Jubiläum “125 Jahre Carbagas”. Ein Blick in die Zukunft ...

Neue Trends im Foodbereich, neue Produkte, neue Rezepturen … kaum eine Branche arbeitet an so vielen neuen Ideen.

Was finden wir zukünftig auf dem Teller?

Superfood

wie Algen?

Neue Gemüse- züchtungen,

die Gaumen und Auge in ganz bestimmten Farbrichtungen begeistern?

Immer mehr

Wurst- und Fleischalternativen?

Ayurvedische Gewürze

für einen gesunden Körper und Geist?

Wo kommen die Lebensmittel in Zukunft her?

Wir nutzen andere Nahrungsquellen. Kräuter und Gemüse könnten beispielsweise in naher Zukunft im Meer angebaut werden. Dazu gibt es schon heute Versuche in Italien.

Und wie kommen wir an die Lebensmittel? Oder kommen die zu uns?

Das Geschäft mit E-Food entwickelt sich rasch. Immer mehr Kunden wünschen sich immer mehr Möglichkeiten, online bestellte Wust oder Äpfel zu erhalten. Experten sprechen vom Kampf um die kalte „letzte Meile“, also den letzten logistischen Abschnitt auf dem Weg zum Haushalt.

LeShop

Das kann „die Heimlieferung sein. Die Abholung am Bahnhof oder auf der Post. Lieferung ins Auto, in einem stationären Shop oder in einem speziellen Locker“, erläutert Baptiste Lopez, Produktmanager Le Shop in der Schweiz.

Und bei allen Lösungen spielt die Kühlung eine Rolle ...

Fakten kompakt:

Schweizer Konsumenten kauften 2017 nach Angaben der Marktforscher von GfK knapp

1,9 Prozent

ihrer Lebensmittel online

Dieser Anteil wird sich in fünf Jahren verdoppeln

laut einer Prognose der Bank Credit Suisse

Lebensmittel online kaufen + gut kühlen

Während der Versand von Schuhen oder Zahnpasta eher unkompliziert funktioniert, stehen virtuelle Lebensmittelmärkte vor hohen logistischen Hürden. Größte Herausforderung: Fleisch, Joghurt, Mangos oder Salat ohne Qualitätsverlust transportieren.

Carbagas und der größte Schweizer Online-Supermarkt LeShop haben die Aufgabe für Tiefkühlkost angepackt – und erfolgreich mit Trockeneis gelöst. Doch was sich einfach anhört, ist in der Praxis hochkomplex; selbst für einen Spezialisten wie Carbagas, der bereits seit 1929 den wassereisähnlichen Feststoff produziert.

Beim Online-Supermarkt LeShop gibt es rund 13.000 Produkte. Davon sind 7.000 Trockenwaren wie Mehl oder Windeln. 5.000 sind frische Produkte wie Obst sowie Gemüse und etwa 1.000 sind tiefgekühlte Lebensmittel

Die bessere (Kühl-)Lösung

Die Zusammenarbeit mit LeShop begann mit einer normalen Anfrage nach einer reinen Trockeneislieferung. Tatsächlich überzeugten die Gase-Experten aus Gümligen bei Bern mit einem innovativen Kühlansatz.

Der hat es bis heute in sich. Und schlägt auch die Brücke zu den Anforderungen an das Essen von Morgen.

Wird verflüssigtes Kohlenstoffdioxid unter Druck entspannt, entsteht Trockeneis.

Die Idee: In einer speziellen Box sollten besonders verpackte Trockeneisscheiben dafür sorgen, dass gefrorener Fisch, Pommes oder Gemüse nie unter minus 15 Grad Celsius lagern. Denn bei dieser Temperatur müssen tiefgefrorene Lebensmittel laut Gesetzgeber Kunden erreichen.

Eine Vorgabe, die in der frostigen Jahreszeit im Herbst oder Winter leichter zu erfüllen ist. Aber die Frage lautete: Lässt sich die Kühltemperatur auch im Hochsommer halten?

Zudem musste die Lösung für Verpacker bei LeShop und Lieferdienste wie die Schweizer Post sicher sein – denn Trockeneis wird bei minus 78 Grad ohne zu schmelzen direkt zu Gas. Das heißt: Es durfte keine Verbrennungs- oder Erstickungsgefahr bestehen.

Blaue Box

Die Geburtsstunde der 'blauen Box'

In monatelangen Versuchen entwickelten Spezialisten von LeShop und Carbagas die „blaue Box“ aus Hartplastik:

  • 40 mal 60 Zentimeter groß
  • wasserdicht
  • mehrfach verwendbar
  • mit Styropor stark isoliert
  • gekühlt über Trockeneisscheiben, die als Abschlussschicht über den Produkten liegt
  • Scheiben liegen in Wellpappkartons.

Selbst wenn es draußen 28 Grad warm ist, bleiben die Produkte in der „blauen“ Box von LeShop mindestens 24 Stunden lang korrekt gefroren

Damit sich weder die Mitarbeiter von LeShop noch Endkonsumenten am Trockeneis verbrennen können, werden die Eisscheiben in Kartons sicher verpackt.

Bis heute hat sich das innovative Kühlkonzept bewährt. Lieferte Carbagas dem Online-Supermarkt aus Ecublens am Genfer See anfangs nur rund 100 Tonnen Trockeneis im Jahr, waren es 2017 schon deutlich über 700 Tonnen. Der Händler und der Kältepartner wachsen also gemeinsam.

Mehr noch: gemeinsam arbeiten Kunde und Carbagas stetig daran, das Kühlkonzept zu optimieren.

So wurden zum Beispiel verschiedene Versionen der Kühlbox gestaltet – etwa mit einem separaten Fach im Deckel, in dem das Trockeneis wie in einem Gefrierschrank steckt und die Kälte nach unten strahlt.

Bei LeShop werden täglich rund 2.000 Bestellungen bearbeitet.

Trendbarometer Le Shop

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Individuelle Lösungen

... machen den Unterschied. Wenn sich Kundenanforderungen ändern, werden von den Carbagas-Experten passende Konzepte für eine dauerhafte Geschäftsbasis entwickelt. Das war in der langen Geschichte von Carbagas in der Schweiz schon immer so.

Ob Frosten, Slicen, Schutzgasverpacken oder Kühltransporte. Die Lösungen für die Lebensmittelindustrie sind präzise angepasst, effizient und umweltfreundlich. Kaum verwunderlich also, dass die Migros, das größte Schweizer Handelsunternehmen und Mutter von LeShop, ebenso seit Jahrzehnten Kunde von Carbagas ist.

Die Einkaufswelt von Migros

Für welche Migros-Produkte ist Carbagas im Einsatz?

  • Mineralwasser, Schorle, Teemischungen: 51 Produkte bietet die Migros-Getränkemarke „Aproz“ an – und Carbagas liefert seit Jahrzehnten Kohlendioxid als Zusatzstoff.
  • Die Migros-Tochter „Micarna“ ist führender Fleisch-, Geflügel- und Seafood-Produzent der Schweiz – Carbagas unterstützt mit Stickstoff zum Frosten und mit Gasgemischen für die Verpackung.
  • „Jowa“ betreibt elf Bäckereien, eine Hartweizenmühle, eine Teigwarenfabrik sowie rund 100 Hausbäckereien in der Schweiz – von Carbagas erhält die Migros-Gesellschaft für die Kühlung und Verpackung Stickstoff sowie diverse Gase
  • Greyerzer, Emmentaler, Parmesan, Raclette: wer in der Schweiz exzellenten Käse kaufen möchte, kommt an „Mifroma“ nicht vorbei. Für die Verarbeitung erhält die Tochtergesellschaft der Migros von Carbagas verschiedene Gase
  • „Midor“ versorgt Kunden in der Schweiz und in 19 weiteren Ländern mit Biscuits, Eis und Snacks. Die Gase für Frosten, Kühlen, Verpacken erhält die Migros-Firma von Carbagas
  • Etwa 70 Fußballfelder groß ist das Migros-Logistikzentrum Neuendorf im Kanton Solothurn. Carbagas ist am Standort verantwortlich dafür, dass eventuelle Brände durch Inertgase erstickt werden
Historie Carbagas

Exkurs:
Ein Blick ins Geschichtsbuch der Carbagas ...

Seit 1921 gibt es den Firmennamen „Carba – Fabrik für komprimierte Gas A.-G. schon! Er leitet sich vom englischen Begriff für Kohlenstoffdioxid „Carbon Dioxide“ ab. Hier einige Meilensteine aus dem Bereich Lebensmittel:

1893 – 30. Juni: Gründung der ‘Kohlensäurefabrik Bern A.G.’. Herstellung flüssiger Kohlensäure
1896 – Bau und Inbetriebnahme der ‘Kohlensäurefabrik Zürich AG’. Neuer Firmenname: ‘Schweizerische Kohlensäurewerke, AG’
1912 – Bau eines Kohlensäurewerks in Zürich
1929 – Start der Trockeneisproduktion in Bern, Basel und Zürich
1966 – Neues Kohlensäurewerk in Rupperswil
1973 – Neues vollautomatisches Produktionswerk für Stickstoff, Sauerstoff und Argon in Wiler
1987 – Einstieg in die Filtrations- und Reinraumtechnik

Und was bringt die Zukunft nun?

Gehen wir alle fleischlos in die Zukunft? Können wir uns Kühe bald nur noch im Naturkundemuseum angucken?

Egal: Essen ist Nahrungsaufnahme. Essen wird aber auch immer mehr zum Lifestyle - mit neuen Ideen für ein gesünderes Leben, neuen Geschmackserlebnissen, neuen Anbaumöglichkeiten, neuen Verpackungen und Vertriebswegen.
Manches bleibt sicher Science-Fiction. Und manches wird Realität.

Seien wir gespannt!